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Mittwoch, 24. Dezember 2008

adventskalender ~° 24 °~

es war zeit zum schlafen gehen.
die wichtelmutter fragte sich ein wenig beunruhigt, ob es wohl folgen haben würde, dass die kleine anna sie gesehen hatte. aber dann sagte sie sich, dass der blick eines kindes ja vielleicht nicht so gefährlich war...
"woran denkst du, meine liebe?", fragte der wichtelvater.
"an nichts bestimmtes", sagte die wichtelmutter.
"nur, dass ich die menschen mag, die auf unserem hof leben."
sie legte ihre hände auf die schultern ihres wichtelmannes.
"und dass ich einen sehr tüchtigen mann habe, der sich um alles kümmert, was sie selbst nicht schaffen."
"mmmmh", murmelte der wichtelvater. "ob ich nächstes jahr wohl auch wieder so einen großen butterklacks bekomme?"

(c) sven nordqvist. das geheimnis der weihnachtswichtel

frohe weihnachten da draußen !

Dienstag, 23. Dezember 2008

adventskalender ~° 23 °~

der wichtelvater saß satt und zufrieden in seinem lehnstuhl und schmauchte ein pfeifchen. was für ein gelungener heiligabend und überhaupt, was für ein gelungenes jahr. er wahr sehr zufrieden mit sich, weil die menschen auf dem hof ganz offenbar auch mit ihm zufrieden waren. das hatten sie mit der großen portion reisbrei bewiesen.
der großvater und die kinder schliefen längst.
die wichtelmutter stand am fenster und schaute nach draußen. die lichter in den fenstern auf der anderen hofseite verloschen eins nach dem anderen. es war zeit zum schlafen gehen.

Montag, 22. Dezember 2008

adventskalender ~° 22 °~

der hausherr sprang vom stuhl auf, rannte in den flur und riss die haustür auf. die ganze gesellschaft folgte ihm.
im schnee auf der treppe und davor waren runde abdrücke zu erkennen und daneben winzig kleine fußspuren, die sich in richtung viehstall in der dunkelheit verloren.
lars wollte zum stall laufen und die wichtel suchen, aber sein vater hielt ihn zurück.
"das hat keinen sinn, du wirst sie nicht finden."
die menschen gingen ins haus zurück. aber soviel war sicher, die schale reisbrei für den wichtel würden sie nie wieder vergessen.

Sonntag, 21. Dezember 2008

adventskalender ~° 21 °~

"ich habe gesehen, wie eine wichtelfrau einen klacks butter genommen hat und ihn im hohem bogen in eine reisbreischale auf dem boden geworfen hat. daneben stand noch ein wichtel. und dann sind sie mit der schale aus dem zimmer gerannt. da lang."
sie zeigte in richtung haustür.
der hausherr lächelte seine kleine tochter amüsiert an. aber plötzlich gefror ihm das lächeln auf den lippen und er wurde ernst.
"oh ja, mein guter, wir haben vergessen, dem wichtel eine schale reisbrei hinzustellen", sagte die großmutter zu ihm. "sei froh, dass er so eine umsichtige wichtelfrau hat, sonst hätten wir diese nachlässigkeit bitter bereut."
der hausherr sprang vom stuhl auf, rannte in den flur und riss die haustür auf. die ganze gesellschaft folgte ihm.

Samstag, 20. Dezember 2008

adventskalender ~° 20 °~

ihre blicke trafen sich eine stille schrecksekunde lang, bevor die wichtelmutter vom tisch wieder auf den stuhl und weiter auf den boden sprang, um dann schnell wie der blitz mit der schale aus der stube zu huschen.
es dauerte eine weile, ehe die erstaunte anna ihre sprache wiederfand.
"mama, da war eben eine wichtelfrau und hat was von der butter genommen."
aber niemand hörte ihr zu, weil alle aufgeregt durcheinander redeten, als sie an ihre plätze zurück kamen.
"und was ist das?", sagte der hausherr. "wer hat meinen reisbrei stibitzt? lars, warst du das?"
"nein, das war ich nicht."
"das waren die wichtel", sagte anna. "ich habe gesehen, wie eine wichtelfrau einen klacks butter genommen hat und ihn im hohem bogen in eine reisbreischale auf dem boden geworfen hat."

Freitag, 19. Dezember 2008

adventskalender ~° 19 °~

und der butterklacks auf dem reisbrei war mindestens genauso wichtig wie der reisbrei selbst. sie mussten noch einmal umkehren!
"dazu ist keine zeit mehr!", wisperte pulka.
"doch, das schaffen wir noch! komm! schnell!"
die wichtelmutter eilte zum tisch zurück. der stuhl der hausherrin war nicht besetzt, sodass sie flink auf die sitzfläche klettern konnte und von dort weiter auf den tisch. gott sei dank, das butterfass stand ganz in der nähe! ohne sich umzusehen, lud sie einen ordentlichen klacks auf das buttermesser und schleuderte ihn - klatsch! - mitten in die reisbreischale.
in diesem augenblick merkte die wichtelmutter, dass anna sie anstarrte. das mädchen saß unmittelbar vor ihr und hatte alles beobachtet. ihre blicke trafen sich eine stille schrecksekunde lang, bevor die wichtelmutter vom tisch wieder auf den stuhl und weiter auf den boden sprang, um dann schnell wie der blitz mit der schale aus der stube zu huschen.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

adventskalender ~° 18 °~

mit einem kräftigen schwung schob die wichtelmutter die schale über die tischkante, wo pulka sie auffing. dann hüpfte sie selber hinterher. zuerst auf den stuhl und dann auf den boden, wo sie die brieschale von pulka entgegennahm, der ihr eilig folgte.
keiner hatte sie gesehen. von der uhr ertönte der zwölfte schlag. jetzt mussten sie nur noch schnell unbemerkt aus dem zimmer kommen.
"so was merkwürdiges...", sagte der hausherr und lächelte unsicher in die runde.
"treibt hier jemand einen scherz oder spukt es bei uns?"
die wichtel hatten bereits die türschwelle erreicht, als der wichtelmutter plötzlich einfiel, dass der butterklacks auf dem reisbrei fehlte! und der butterklacks auf dem reisbrei war mindestens genauso wichtig wie der reisbrei selbst.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

adventskalender ~° 17 °~

alle starrten sprachlos auf den großen zeiger, der sich langsam, aber trotzdem viel zu schnell über das zifferblatt bewegte.
"was hat das zu bedeuten?", fragte der hausherr. er erhob sich von seinem platz und ging zögernd zu der uhr. in der stube war es mucksmäuschenstill, nur das rasseln und klicken des uhrwerks war zu hören.
als die uhr den ersten von zwölf schlägen tat, krochen die wichtelmutter und pulka unter der bank hervor. flink wie die mäuse kletterten sie auf den stuhl des hausherrn. von dort zog sich die wichtelmutter auf den tisch und lugte vorsichtig über den rand der reisbreischüssel. die menschen starten immernoch wie gebannt auf die standuhr.
mit einem kräftigen schwung schob die wichtelmutter die schale über die tischkante, wo pulka sie auffing.

Dienstag, 16. Dezember 2008

adventskalender ~° 16 °~

der wichtelvater war mit der kleinen pilka auf dem schoß eingeschlafen. das traf sich ausgezeichnet.
"kinder, jetzt müssen wir uns sputen", sagte die wichtelmutter.
"wir machen es wie abgesprochen. und dnekt daran, kein wort zu eurem vater! das würde er nicht verkraften."
damit liefen die wichtelmutter und pulka, so schnell sie konnten, in der wand nach unten und versteckten sich unter der langen bank in der stube, während polka durch einen geheimen wandgang rannte, der im gehäuse der alten standuhr endete.
dort begann sie mit aller kraft an den zahnrädern des uhrwerks zu drehen, bis die uhr elf mal schlug.
"was ist denn jetzt los?", sagte der hausherr verwundert. "es hat doch eben erst zehn uhr geschlagen!"
alle starrten sprachlos auf den großen zeiger, der sich langsam, aber trotzdem viel zu schnell über das zifferblatt bewegte.

Montag, 15. Dezember 2008

adventskalender ~° 15 °~

das durfte dem wichtelvater um keinen reisbrei auf der welt zu ohren kommen, weil es ihn schrecklich aufregen würde. jetzt hieß es schnell handeln!
"mein lieber", sagte die wichtelmutter da zum wichtelvater. "eines der schafe ist zwischen zwei brettern eingeklemmt. lauf schnell und befreie es!"
"ausgerechnet jetzt, wo der reisbrei aufgetragen wird! ich möchte so gerne sehen, wie sie meine schale füllen."
"nun geh schon, das schaf hat schmerzen! und nagel den spalt am besten gleich mit einem brett zu, wenn du schonmal dort bist. das hätte schon lange erledigt werden sollen. beeil dich!"
seufzend machte sich der wichtelvater auf den weg. der wichtelgroßvater war mit der kleinen pilka auf dem schoß eingeschlafen. das traf sich ausgezeichnet.

Sonntag, 14. Dezember 2008

adventskalender ~° 14 °~

die kinder probierten ihre neuen spielsachen aus, und oskar besiegte alle beim armdrücken.
die zeit verstrich, während die wichtel oben auf dem schrank saßen und sich von der ausgelassenen stimmung anstecken ließen. allmählich machte sich eine müde, zufriedene stille in der stube breit. das war immer der zeitpunkt, an dem die hausherrin fragte, ob vielleicht jemand appetit auf ein schüsselchen reisbrei hätte. und wie jedes jahr gab es auch diesmal ein paar leckermäuler. die schälchen wurden aufgedeckt und augusta trug die große schüssel mit reisbrei herein. das war der augenblick auf den die wichtelmutter gewartet hatte. jetzt würde die großmutter gleich anna fragen, ob sie dem wichtelmann nicht auch eine schale reisbrei vor die tür stellen wollte. und anna würde antworten:"wichtelmänner gibt's doch nur im märchen."
das durfte dem wichtelvater um keinen reisbrei auf der welt zu ohren kommen, weil es ihn schrecklich aufregen würde. jetzt hieß es schnell handeln!

Samstag, 13. Dezember 2008

adventskalender ~° 13 °~

"jetzt nimmt er das erste päckchen heraus. das sind die handschuhe für anna. na, weihnachtsmann, hast du ein glück, dass auf den anhängern steht, für wen welches geschenk ist...", flüsterte der wichtelvater.
ein geschenk nach dem anderen wurde verteilt, und zu jedem päckchen las der weihnachtsmann einen vers vor, ehe er es überreichte.
die wichtel folgtem dem schauspiel mit großem interesse und tuschelten aufgeregt miteinander. sie schlossen sogar wetten ab, ob derjenige, der gerade ein geschenk bekam, sich wohl darüber freuen würde oder nicht.
als auch das letzte geschenk ausgepackt war, bedankten sich alle beim weihnachtsmann und die feier ging weiter. sie unterhielten sich und knackten nüsse, tanzten um den weihnachtsbaum oder spielten blindekuh. die kinder probierten ihre neuen spielsachen aus, und oskar besiegte alle beim armdrücken.

Freitag, 12. Dezember 2008

adventskalender ~° 12 °~

"pssst, hör zu, jetzt wird's lustig", flüsterte der wichtelvater und grinste übers ganze gesicht.
"gibt es denn hier auch ein paar brave kinder?", fragte der weihnachtsmann mit tiefer stimme.
"tss, tss, tss, tss." der wichtelvater fiel vor kichern fast vom stuhl.
"kommt wie ein wichtel daher und weiß nicht, ob die kinder brav waren. hast du das gehört, großvater?"
"ja, nicht zu fassen", sagte der alte vergnügt. und die wichtelmutter und die wichtelkinder lachten auch, weil wichtel doch schließlich alles über die menschen wissen.
der weihnachtsmann ließ sich erschöpft auf einer kiste nieder und nickte müde in die runde, bevor er den sack aufknotete.
"jetzt nimmt er das erste päckchen heraus. das sind die handschuhe für anna. na, weihnachtsmann, hast du ein glück, dass auf den anhängern steht, für wen welches geschenk ist...", flüsterte der wichtelvater.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

adventskalender ~° 11 °~

da hörten sie, wie sich draußen auf der treppe vor dem haus jemand den schnee von den schuhen trat. gleich darauf klopfte es an der tür.
"das ist der weihnachtsmann! herrein!", riefen die menschenkinder.
"jetzt kommt er", flüsterten die wichtelkinder.
eine gestalt mit langem weißen bart und einem großen sack über der schulter trat ein. mit der roten jacke und der roten zipfelmütze sah er beinahe aus wie ein wichtel. aber er war so groß wie ein mensch.
der wichtelvater konnte sich nur mit mühe das lachen verkneifen.
"das soll der weihnachtsmann sein...", sagte der großvater.
"herrjemine, was die sich heutzutage alles einfallen lassen."
"pssst, hör zu, jetzt wird's lustig", flüsterte der wichtelvater und grinste übers ganze gesicht.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

adventskalender ~° 10 °~

es gab viele geheime türen und gänge in den wänden des wohnhauses, durch die die wichtel nun ungesehen auf den großen schrank in der stube gelangten. wenig später hatten sie es sich dort gemütlich gemacht und schauten zu, wie die menschen weihnachten feierten.
die erwachsenen tranken kaffee und unterhielten sich, und die kinder standen am fenster und schauten gespannt in den dunklen winterabend hinaus. anna, die jüngste, lief zwischen dem fenster und ihrer großmuter hin und her und fragte immer wieder, wann denn der weihnachtsmann nun endlich käme.
pilka, die auf dem schoß der wichtelmutter saß, fragte das auch gerade. da hörten sie, wie draußen auf der treppe vor dem haus jemand den schnee von den schuhen trat. gleich darauf klopfte es an der tür.

Dienstag, 9. Dezember 2008

adventskalender ~° 9 °~

plötzlich sagte die wichtelmutter: "ich sehe was, was ihr nicht seht!"
"was siehst du?", riefen pilka, polka und pulka durcheinander.
"ratet doch mal!"
"den weihnachtsmann! oh ja, wir wollen den weihnachtsmann sehen!", riefen die kinder und rannten los.
"wartet doch, wir kommen auch mit", sagte der wichtelvater.
"wie? was ist denn jetzt los? wo laufen denn plötzlich alle hin, mitten in der nacht? wo es doch gerade so gemütlich war", nörgelte der großvater.
"sie wollen sich den weihnachtsmann angucken", sagte die wichtelmutter und hakte den großvater unter.
"du weißt schon, den mann mit dem langen bart und dem roten mantel, der mit einem sack voller geschenke vorbeikommt."
"was? wie? herrjemine, so ein spektakel...", sagte der alte, aber er kam trotzdem mit.

Montag, 8. Dezember 2008

adventskalender ~° 8 °~

aber gerade in diesem augenblick kam der wichtelvater zurück.
"da stand noch keine schüssel", sagte er. "aber mach dir keine sorgen, großväterchen, das ist sicher nur eine frage der zeit."
"genau", sagte die wichtelmutter. "macht euch deswegen nur keine gedanken. und jetzt gibt es was zu essen!"
die wichtel setzten sich an den tisch und ließen sich weihnachtssuppe, brot und bier schmecken. beim essen erzählten sie reihum, was sie im laufe des jahres besonderes erlebt hatten. der wichtelgroßvater kannte die meisten geschichten. dabei kam es auch mal vor, dass er von ereignissen erzählte, die schon 150 jahre zurücklagen, aber das störte niemanden.
plötzlich sagte die wichtelmutter: "ich sehe was, was ihr nicht seht!"
"was siehst du?" riefen pilka, polka und pulka durcheinander.
"ratet doch mal!"

Sonntag, 7. Dezember 2008

adventskalender ~° 7 °~

diese gelegenheit ließ sich die wichtelmutter nicht entgehen. sie nahm pulka und polka beiseite, damit der wichtelgroßvater nicht hören konnte, was sie sagte.
"ihr müsst mir helfen", sagte sie zu den wichtelkindern. "aber kein wort zu eurem vater! die menschen werden heute abend vergessen, die schale mit dem reisbrei nach draußen zu stellen. also werden wir die schale selber holen müssen. aber denkt daran, niemand darf uns sehen. denn ein wichtel, der sich eine menschen zeigt, verliert seine kräfte. und nun passt auf, was ich mir ausgedacht habe."
pulka und polka hörten ihr gespannt zu.
"was tuschelt ihr denn da?", fragte der großvater.
aber gerade in diesem augenblick kam der wichtelvater zurück.

Samstag, 6. Dezember 2008

adventskalender ~° 6 °~

denn die wichtelfrau konnte es nicht ertragen, die menschen unglücklich und ihren wichtelmann zornig zu sehen.
"willst du nicht allmählich den reisbrei reinholen, junge?", sagte der großvater zu seinem sohn.
"ich mag keinen reisbrei", sagte pilka.
"dafür ist es jetzt noch zu früh", antwortete der wichtelvater.
"jetzt essen wir erst mal unsere weihnachtssuppe und ..."
"oder brauchst du vielleicht hilfe beim tragen, hehehe?", sagte der großvater schmunzelnd.
"ich geh ja schon", sagte der wichtelvater. "man kann ja nie wissen."
diese gelegenheit ließ sich die wichtelmutter nicht entgehen. sie nahm pulka und polka beiseite, damit der wichtelgroßvater nicht hören konnte, was sie sagte.

Freitag, 5. Dezember 2008

adventskalender ~° 5 °~

die menschen waren in dieser beziehung seit einigen jahren ziemlich nachlässig geworden, genau genommen, seit am heiligabend der weihnachtsmann zu ihnen kam. sie fanden es offenbar überflüssig dem wichtel eine schüssel reisbrei nach draußen zu stellen, nachdem der weihnachtsmann ihnen die geschenke gebracht hatte. sie vergaßen den wichtelmann ganz einfach.
vor langer zeit hatten die menschen schon einmal den brei für den wichtel vergessen. damals war der wichtelvater so zornig geworden, dass der ganze hof, samt mensch und tier ein jahr lang darunter leiden musste. dabei konnte er sonst keiner fliege etwas zu leide tun!
und dieses jahr, das sah die wichtelmutter vorraus, würden die menschen also wieder die schüssel reisbrei für den wichtel vergessen. dagegen musste unbedingt etwas unternommen werden! denn die wichtelfrau konnte es nicht ertragen, die menschen unglücklich und ihren wichtelmann zornig zu sehen.