Dienstag, 3. Juni 2014

sensibelchen? oder sind alle anderen kinder kleine tyrannen?

mit 2,5 jahren zeigen sich ja dann doch langsam characterzuege bei kindern. und schon beim spielen von milo und albin ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich die beiden sind. wenn milo schön macht, was albin will ist alles sonnenschein. albin kann aber auch mal ganz unverhofft schubbsen. oder bruellen. oder milo sachen wegnehmen. unter gebruell und gehaue. milo verstört das immer sehr. wenn albin ihm zu nahe kommt oder ihn jagt, weil er was von ihm haben möchte bekommt milo angst. wenn albin ihm den ball wegnimmt, obwohl er selber einen hat, wird milo traurig. und versteht die welt nicht mehr. ich find es sehr schwer da zuzusehen. dann waren da noch die 2 mädchen aus dem kindergarten, die wir mal (an 2 verschiedenen tagen) auf dem spielplatz getroffen haben. die eine hat eine oma in der nähe und lief zu ihrem hof. milo lief mit und als wir dort waren fing das mädchen an ihn zu beleidigen. "du bist hässlich! du kackwurst! du darfst hier nicht sein!". auch erst 2 jahre das mädchen, wenn auch mit älterem bruder. ich war ehrlich gesagt schockiert. ich denke nicht, dass das mädchen mit absicht milo kränken wollte (2 jahre, wie gesagt), aber sowohl ihr als auch milo war klar, dass das nicht die feine englische art ist. milo wurde traurig und wir gingen wieder.
das andere mädchen bruellte nur, nachdem sie zusammen geschaukelt hatten. ihr gehörte alles, nur sie durfte ueberall hochklettern, milo sollte nur unten stehen und jubeln.
und dann haben wir milo, der hinläuft und hilft, wenn jemand hinfällt oder weint. der eigentlich nie besitz verteidigt. und wenn dann, läuft er weg mit etwas in der hand, wenn jemand anderes bruellend hinter ihm her rennt. ich hab noch nie gesehen, dass er jemandem was weggenommen hat. er wartet, bis derdiedasjenige fertig ist mit spielen und nimmt es dann (und das andere kind wills dann sofort zurueckhaben, obwohls grade was anderes macht).
und die eltern? da hört man maximal ein lasches "och nööö, engelchen. milo darf doch auch hier klettern". unternommen wird aber nichts. der eine erzählte mir sogar, dass seine tochter ihn auch immer rumkommandiert. äh, und du lässt es mit dir machen oder was?
jetzt frag ich mich. sind alle 2-3-jährigen kleine tyrannen und milo kommt da auch noch hin oder sind die kinder einfach nicht erzogen? wie soll ich milo beibringen, sich durchzusetzen und will ich das ueberhaupt? er soll ja weder zurueckhauen, noch bruellen und sachen wegnehmen. alles, was ich da jetzt machen kann, ist ihm zu erklären, dass das andere kind nicht lieb war und dass er sagen soll "sluta!" (hör auf), wenn andere böse sind.
ideen, anyone?

Kommentare:

Mu hat gesagt…

also kinder brauchen
1. liebevolle Strenge und 2. regeln. Auch die kleinen kinder, sonst wird´s später nur um so schwerer. was ich hete oft beobachte ist, dass junge eltern die auseinandersetzung scheuen und mit dem kind umgehen, als wäre es ein erwachsener, statt klipp und klar zu sagen, was geht und was nicht.ich denke, milo ist schon viel weiter als die anderen, ist nicht in der ich-ich und nur ich-Phase steckengeblieben, was die anderen wohl noch sind. Ihm allerdings beizubringemn, dass er mit worten wie du´s andeutest, trotzdem noch als gewinner vom platz geht, ist schwierig, aber du solltest es versuchen: er sollte lernen "nein" zu sagen zu anderen, bzw. "ich darf das auch" oder auch, "nein, jetzt habe ich das, hole dir selbet eine andere XYZ, denn jetzt spiele ich damit. Und ja, ich denke, die anderen sind unerzogen, da fehlt 1. und/oder 2. und sie erziehen sich selbst ihre kleinen Tyrannen, an die sie ab Klasse 5 gar nicht mehr ran kommen, die dann pure Egoisten sind mit zwei Dienstmädchen/-buben statt Eltern.

Lydia hat gesagt…

das ist interessant.
schnubb (knapp über 3) hat zwei gesichter. zum einen das öffentlichkeitsgesicht (kita, spielplatz, anwesenheit anderer leute eben), da ist er so, wie du milo beschreibst. heute hat er mir tottraurig erzählt, dass xy ihm gesagt hat, er sei nicht mehr sein freund und dass er dann woanders hingegangen ist. und dann kennen wir den schnubb, der uns fantasiebeleidigungen an den kopf haut und seinem bruder gegenüber in keinster weise zimperlich ist. wir sind immer wieder über beide extreme - sensibelchen und tyrann - erstaunt. am liebsten ist mir das kind aber in normal ;)

wie verhält sich milo denn in der kita?

Anonym hat gesagt…

Nein, es sind nicht alle Kinder tyrannisch - zu Glück! Meine Kinder sind eigentlich so, wie Milo (inzwischen sind es ja schon Teenager). Mein Sohn war auch eher zurückhaltend. Das führte auch öfter dazu, dass ER sein Spielzeug teilte, andere Kinder aber nicht... Oder dass er sich NICHT vordrängelte und laaaaange irgendwo anstand... Meine Tochter war in Milos Alter ein "Lieber alleine Spieler" aber auch sie war oft entsetzt über das Verhalten anderer Kinder... Wenn die anderen Kinder OHNE Eltern auf dem Spielplatz waren, griffen wir als Eltern regelnd ein - nicht vorschreibend, sondern helfend (meine Kinder sind 1 3/4 Jahre auseinander... Wenn meine Babytochter etwas in der Hand hatte, was mein Sohn haben wollte, zeigten wir ihm, dass sie nach einem anderen Ding greift, was man ihr hinhält und sie das eine Ding dafür los lässt. Beide waren zufrieden über den Tausch...)
Heute sind sie zwei nette, freundliche Teenager, die sich tierisch darüber aufregen, dass, als im Geschäft eine ältere Frau umkippte, sie geholfen hätten, während die Erwachsenen rauchend daneben standen!
Also ist die Erziehung doch geglückt! Ich denke auch, wie Mu, dass Regeln wichtig sind! Ich habe dann mein trauriges Kind getröstet und ihm vermittelt, dass SEIN Weg der richtige ist! Leider gilt auch für Kinderfreunde: man muss viele Frösche küssen, bevor ein Prinz dabei ist! Meine Kinder haben wenige, aber gute, zuverlässige Freunde, die sie lange gesucht haben... Dabei kann man seinem Kind die Entäuschung oft nicht ersparen, aber lindern, trösten und eventuell vermitteln. Milo wird alleine noch nicht damit umgehen können (Ich halte es für einen großen Irrtum zu glauben, Kinder sollten so etwas alleine ausmachen in diesem Alter, denn ich finde, das macht, dass der Stärkere, der lautere, der agressivere "gewinnt" - und dann muss man sich nicht wundern, wenn diese Kinder als Jugendliche Handys abziehen oder so), vielleicht kannst Du, wenn Ihr mit Albin unterwegs seid, vermittelnd eingreifen? Oder sind dessen Eltern mit dabei und heißen sein Verhalten gut?!
Es ist sclimm, dass der Herzschmerz der Kinder einem selbst sooo weh tut...
Aber Milo ist gut, so wie er ist! Du hast recht, die anderen sind nicht erzogen - und werden in der Pubertät vom kleinen, niedlichen Tyrannen zu einem großen, unangenehmen Tyrannen mutieren, davon bin ich fest überzeugt. Und DAS willst Du sicher nicht, oder? Ich wünsche Euch viel Kraft!
Alles
Liebe Jonna

Anonym hat gesagt…

Ich schicke noch ein "Gute" hinterher... Es gehört in die vorletzte Zeile ;o)

Jonna

eni hat gesagt…

@lydia: soweit ich weiss ist er im kindergarten genauso wie zu hause.

@jonna: albins eltern sind immer mit dabei. und sie greifen in dem sinne ein, dass sie eben mal sagen "der milo darf aber auch mit dem ball spielen". und dann passiert nichts. albin bockt und schubbst weiter.

@alle: was mir ein bisschen angst macht ist die vorstellung, dass milo später mal der gemobbte wird. eben weil er nicht zurueck kämpft. weil er eher weg geht... aber er ist ja erst 2,5...

Anonym hat gesagt…

Eigentlich glaube ich nicht, dass das einfühlsame Kind eher gemobbt wird. In der Grundschule war mein Sohn zwar kurzfristig der Angegriffene eines einzelnen, der aber dermaßen sozial unverträglich war, dass er in eine spezielle Schule kam, in der ein besseres Schüler-Aufsichtspersonen-Verhältnis war. Diese paar Wochen waren nicht ganz einfach, aber zusammen mit dem Lehrer und ein paar Tipps (mein Sohn wußte sehr schnell, dass das Ganze bald ein Ende haben werde, wenn die bürokratischen Umwege gemacht waren und so sollte er sich nicht irgendwo im uneinsehbaren Ende des Schulhofes aufhalten) hat er das gut gemeistert. Kinder, deren Eltern das tyrannische Verhalten ihrer Kinder nicht unterbanden, versuchten wir zu meiden und unsere Kinder mit eher gleichgesinnten Familien und Kindern zusammen zu bringen (in dem Alter hat man da ja noch viele Möglichkeiten, aber wie gesagt, da waren viele Frösche dabei! Aber meine Kinder wollten ja von sich aus mit so eigenartigen Kindern nicht gerne spielen.
Kinder, die sich alles gefallen lassen, werden eher gemobbt, aber sich nicht alles gefallen zu lassen, heißt ja nicht, gleiches mit gleichem zu vergelten. So kleinen Kindern muss man sicher noch Wege zeigen, sich anders zur Wehr zu setzten (ganz wichtig finde ich, den Kindern bei zu bringen, die Hilfe Erwachsener zu suchen, wenn man alleine nicht weiter kann (und ihnen dann den entscheidenden Unterschied zwischen Hilfesuchen und Petzen bei zu bringen)), Selbstbewußt aufzutreten, Stop zu sagen, weg gehen und sagen, dass einem das so nicht gefällt, man erst wieder mit dem anderen spielt, wenn er nicht mehr schubbst und den Tyrannen alleine stehen lassen (Konsequenz ist da ganz wichtig, den Angreifer stehen zu lassen und dem eigenen Kind zu sagen "Komm, wir gehen eien Eis essen!" oder so), sich andere Mitspieler zu suchen, unbedingt eigenes (gerne auch besonders attraktives) Spielzeug dabei zu haben (zum Tausch-Spielen) usw . Gleiches mit gleichem zu vergelten setzt eine Gewaltspirale in Gang, und das kann man doch nicht wollen (vorallem, wenn man eventuell noch ein Baby zuhause hat, wir , als unser Sohn so alt war wie Milo, denn dann hat das Baby ja nie die Chance auf ein friedliches Aufwachsen, auf Spielzeug oder so...) Und wenn ich da an Deinen Post vom 22.5. denke, dann willst Du das ja auch nicht...
Und was Deine Überschrift betrifft: Milo ist sicher kein sensibelchen, sondern empathisch und das in seinem Alter! Toll! Du kannst stolz darauf sein, finde ich!
Entschuldige den langen Kommentar ;o)
Jonna