Freitag, 12. Juni 2009

öffentliche steinigung

heute morgen war ich bei meiner ersten schwedischen doktorverteidigung. und wenn ich mir vorstelle da in 4 jahren auch durch zu müssen, denke ich über eine alternative karriere nach. hausfrau und mutter oder so. (oh, könnte man das als beleidigung auffassen?)
nee echt. das sind alle qualen zusammen auf einem haufen: vortrag halten. vor vielen leuten. vor wichtigen leuten. ausgefragt werden über quasi alles. vor vielen wichtigen leuten. das is wie mündliche diplomprüfung vor publikum. nur noch schlimmer.
da werden fragen gestellt, wo man sich schon als zuschauer denkt "bitte? wer soll das wissen? und tut das was zur sache?" wir sind in der neuroscience und der opponent fragt nach strukturformeln. ja, also.
besonders, wenn man bedenkt, wie mein gehirn unter druck arbeitet. gar nicht. wenn ich in mündlichen prüfungen etwas nich sofort weiß und eben über eine frage nachdenken muss, macht mein hirn dicht. ist die frage zum beispiel "wieviel ist 3+3?", denkt mein hirn nicht über die lösung nach, sondern bleibt stecken und ich denke nur "3+3, 3+3, 3+3, 3+3".
geht das noch jemandem so? ich brauche meine ruhe und keinen, der mich fordernd anstarrt, wenn ich auf die lösung kommen will. nich so die idealen vorraussetzungen.

Kommentare:

Pinni hat gesagt…

Ich ticke ganz genauso. Hab 4 Jahre in grosser Angst gelebt. Und es dann doch überlebt :-)

Jana hat gesagt…

Naja, hauptsache du siehst in deinem semiformellen Kleidsche/Röcksche gut aus. :)
Hier werden die Leute ja auch ganz schön ausgefragt bei der Verteidigung, aber (bisher zumindest noch nicht erlebt) nicht unter der Gürtellinie. Aber doch sehr weitflächig.

eni hat gesagt…

oh, schön, dass es überlebende gibt ;)

Mu hat gesagt…

ja, wenn man dann schon mal das diplom so verteidigen musste und auf tagungen vorträge mit diskussion hält, gewöhnt man sich dran. außerdem hilft es wenn man bei den fragen der leute durch die leute sieht oder aus dem fenster oder die augen schließt, dann kann man sich besser konzentrieren, wird nicht von der situation abgelenkt und kann nachdenken. es gibt also noch mehr überlebende!

Anonym hat gesagt…

ersteinmal kann man in einer schwedischen doktorpruefung nicht durchfallen (ausser man beschimpft den opponent vll) und zweitens hast du 4 jahre zeit dich darauf vorzubereiten. Vorträge halten, lehren, experimente machen etc. Du bist spezialist auf deinem gebiet nach 4 jahren und dann ist so eine pruefung auch nix anderes als eine diplompruefung